Who is who

LotteLotte

…bekam ihren Sohn Fabian eine Woche, bevor Minidame das Licht der Welt erblickte. Als pausierte Insolvenzberaterin lernte ich sie bei einem Kurs Yoga für Schwangere in der Frauenklinik kennen, wo wir bei 40°C Außentemperatur nach der inneren Ruhe suchten. Seitdem wissen wir, dass wir nicht nur den gleichen Frauenarzt sondern auch den gleichen Wohnort haben. Während ich mich nach der Geburt erschlagen von den Strapazen und den Emotionen nach Schlaf sehnte, hatte Lotte keine Ruhe gefunden – sie hatte sich nicht getraut, ihren Sohn aus den Augen zu lassen: “Ich bin sehr gerne Mutter. Aber es kann so viel schief gehen! Meine stundenlangen Recherchen in Internetforen helfen da nicht weiter… Ist es nicht die schrecklichste Vorstellung, dass meinem Kind etwas zustößt oder ich etwas falsch mache? Für mich ist die größte Herausforderung, alles daran zu setzen, dem Kind jegliches Leid zu ersparen.”

 

MelliMelli.jpg

…ist die Frau von Mirko, eines pedantischen Arbeitskollegen meines Mannes. Wir lernten uns mit dicken Bäuchen bei der Besichtigung der verschiedenen Geburtskliniken kennen. Im achten Monat wollte sie damals von mir wissen, wieviel Kilometer mein Mann und ich noch wandern würden, denn sie finde, die 17 km die sie „nur noch“ schaffte seien zu wenig. Für ihren Tipp zur Geburt – Denk daran, immer die dicke Kugel vor dir her schieben! – bin ich ihr indes sehr dankbar. Seit die Kinder da sind, treffen wir uns regelmäßig, vor allem zum Essen und zum Spazierengehen. Melli wohnt im Nachbarort und brachte ihre Tochter Maria zwei Wochen vor Minidame auf die Welt: “Meine Maus ist so ruhig, manchmal vergesse ich, dass sie da ist. Glücklicherweise kann ich sie einfach bei Mirko oder meiner Mutter zu Hause lassen und Mountain-Biken gehen. Die Vor-Geburts-Fitness muss schnellstmöglich wieder her!”

 

SandraSandra

…ist eine ehemalige Promotionskollegin meines Mannes. Ihren Lebensgefährten Chris (sie hat sich geschworen, niemals zu heiraten) und sie kennen wir schon seit mehr als fünf Jahren. Vier Monate  vor Minidame brachte Sandra die Zwillinge Johannes und Lukas zur Welt – ein pragmatischer Kompromiss zwischen ihrem Wunsch, beruflich Karriere zu machen, und Chris‘ Wunsch, viele Kinder zu haben. Während der Schwangerschaft waren ihre Erfahrungswerte für mich Gold wert – nicht zuletzt empfahl sie mir die Frauenärztin. Die Zwillinge kamen per Kaiserschnitt zur Welt: „…den habe ich prima weggesteckt. Sagte auch die Hebamme. Meine Jungs schlafen schon acht Stunden durch übrigens! Seit die Zwillinge neun Monate alt sind, ist Chris zu Hause und ich arbeite Vollzeit. Wo ich tätig bin? Im Management. Hast du eigentlich Lust, den neuen Bond im Kino zu sehen? Die Männer können ruhig auch mal nach den Kleinen schauen!”

 

Ich – Anjamominhd

…gehöre eigentlich zur analogen Avantgarde und plädiere in meinem Job als Gymnasiallehrerin mit Leidenschaft dafür, weniger Smartboards und dafür mehr Bücher zu verwenden. Warum ich dennoch ein Blog schreibe liegt wahrscheinlich zum Einen am Einfluss meines Mannes, der sich als digital native bezeichnet und mich oft genug dazu ermutigte. Zum Anderen erscheint mir das Blog eine gute Möglichkeit, während den kurzen Nickerchen unserer Tochter Minidame meine Gedanken zu verschriftlichen. Seit ich vollzeit in Elternzeit bin, treibt mich die intellektuelle Unterforderung um, während ich gleichzeitig manchmal nicht weiß, wie ich die einzelnen Tagesaufgaben erledigt bekomme. Der Herausforderung, als Frau nicht in ein altmodisches Rollenbild gedrängt zu werden, aber gleichzeitig jede einzelne Sekunde dieser wertvollen Zeit als Mutter zu genießen, stelle ich mich hiermit – und betreibe vergleichende Studien mit meinen wöchentlichen Frühstücks-Genossinnen.

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